In Estland geboren, lebt die Sängerin und Performancekünstlerin Lembe Lokk in Paris seit 1998.

Besonders der improvisierten Musik verpflichtet und inmitten einer experimentellen Szene von Performances und multidisziplinären Kreationen, bekennt sie sich zu einer künstlerischen Persönlichkeit, die gleichzeitig radikal und innig ist.

Selbst eine Entwurzelte, stellt sie sich den Fragen der eigenen Herkunft und Entwicklung, um daraus die Kraft menschlicher Zerbrechlichkeit zu inszenieren.

Nach Jahren des Chorgesangs in Estland hat sie ihre stimmliche Arbeit an der École des musiques actuelles in Paris vervollkommnet und folgte dann einer Gruppe des choreografischen Theaters beim Panthéâtre-Roy Hart/Ecole Expérimentale de la Voix.

Sie arbeitet auch mit pädagogisch orientierten Künstlern wie Robert Sentieys (lyrischer Gesang und Barockmusik) und Anne Bogart (Viewpoints) zusammen.

Lembe Lokks künstlerische Suche umfasst gleichzeitig verschiedene Bereiche.

Seit 2000 betätigte sie sich regelmäßig als Jazzvokalistin und gründete 2004 ihre eigene Gruppe Gjaar Projekt, um damit eigene musikalische Kreationen zu erproben wie auch ein Repertoire von neugeordnetem zeitgenössischem Jazz.

Seit 2002 beschäftigt sie sich mit improvisierter und zeitgenössischer Musik.

Sie setzte ihre Arbeit Elle in verschiedenen experimentalmusikalischen Strukturen fort, besonders bei der Performance-Gruppe Panthéâtre–Roy Hart.

Sie leitete gleichzeitig eine Ensemble über variable Geometrie: Eventuels.

Ein Klangraum, den sie öffnet für alle möglichen Begegnungen zwischen Improvisatoren und Improvisationen – zwischen improvisierter Musik.

Außerdem hat sie Musik für Theater und Video umgesetzt, besonders in Zusammenarbeit mit der Videokünstlerin Eléonore de Montesquiou.

Mehrere entscheidende musikalische Begegnungen fanden während des Jahres 2005 statt.

Ihr musikalisch-eklektisches Können und ihre selbstverfassten poetischen Texte finden eine hervorragende Ergänzung in ihrem Improvisations-Duo mit dem Bassisten Peter Herbert und auch im Projekt  poeTREE (Herbert/Lokk/Puntin/Rohrer), das den Grenzen von Improvisation, Jazz, Punk und Poesie nicht traut.

Ebenfalls im Jahr 2005 sah sich ihre Welt der Performance bestätigt durch zwei bedeutende Kreationen.

Die strenge, stimmlich-choreographische Kühlkammer (Chambre froide), die die Form gab für eine Autobiographie unterm Skalpell, und die Performance In-expérience, die die organischen Veränderungen eines Frauenkörpers untersucht, sind sowohl künstlerische wie auch menschliche Deklarationen.

Zwischen Eingeständnis und Anspruch stellen sie das Fundament für ein Projekt des Lebens und der Kunst.
 

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